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Fakultät für Kulturwissenschaften


Forschungs- und Jahresbericht 2015

Prof. Dr.  Birgit Riegraf
Frau
Prof. Dr.
Birgit Riegraf
Institut für Humanwissenschaften (Philosophie, Psychologie, Soziologie)

Raum:N2 126
Telefon:05251-60-2344
E-Mail:briegraf@mail.upb.de
Homepage:Link

Allgemeine Forschungsschwerpunkte

  • Gesellschafts-, Gerechtigkeits- und Staatstheorien
  • Arbeits, Organisations- und Geschlechterforschung
  • Wissenschafts- und Hochschulforschung
  • Theorien und Methodologien der Frauen- und Geschlechterforschung

 

derzeit:

  • Arbeits- und Geschlechterarrangements in der unternehmerischen Hochschule,
  • Wandel der öffentlichen Daseinsfürsorge und soziale Ungleichheit

Forschungsprojekte

  1. Geschlechtergerechte Care-Arrangements in Wohn-/Pflege- Gemeinschaften? Studie zur Neuverteilung formeller, informeller sowie professioneller und semiprofessioneller Pflegeaufgaben
  2. Geschlecht und Exzellenz: Leitbilder und ihre Verbindung an ausgewählten Universitäten in Nordrhein-Westfalen
  3. Auf dem Weg zur Promotion: Eine Analyse der Barrieren für Frauen auf dem Weg zur Promotion
  4. Eine Analyse neuer Governance Muster im Wissenschaftssystem unter einer Genderperspektive (abgeschlossen 2011)
  5. International Research Group "Entrepreneurial Universities and Gender Change"
  6. In Vorbereitung: Wandel von Wohlfahrtsstaatsarrangements und die Integration von Pflegekräften in die Pflegetätigkeit

Kurzbeschreibung der Projekte

1. Geschlechtergerechte Care-Arrangements in Wohn-/Pflege- Gemeinschaften?

Laufzeit: März 2013-Februar 2015
Finanzierung: Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung Landes Nordrhein-Westfalen

Studie zur Neuverteilung formeller, informeller sowie professioneller und semiprofessioneller Pflegeaufgaben

Das Forschungsvorhaben ist an der Schnittstelle zwischen geschlechterbezogener alters- und professionssoziologischer Forschung sowie politikwissenschaftlicher Wohlfahrtsstaatsforschung angesiedelt. Am Beispiel von 10 ausgewählten Wohn-/Pflege-Gemeinschaften wird nach dem Zusammenspiel von informeller und formeller, von semi-professsioneller und professioneller Pflegearbeit gefragt und diese Arrangements danach analysiert, wie sich die Arbeit nach Geschlecht in Wechselwirkung mit unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft verteilt.


2. Geschlecht und Exzellenz:
Leitbilder und ihre Verbindung an ausgewählten Universitäten in Nordrhein-Westfalen (2011)
Laufzeit: Oktober 2011 bis Dezember 2011
Finanzierung: Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung Landes Nordrhein-Westfalen

Das Projekt erschließt über eine qualitative Leitbildanalyse der Universitätsprofile ausgewählter Universitäten in Nordrhein-Westfalen, ob und wie in den Leitbildern das Zielsystem "Exzellenz" und die Aufnahme der Geschlechterthematik zum Ausdruck kommen sowie ob und wie sie sich verbinden. Das Ziel des Projektes ist es, durch die Rekonstruktion der Leitbilder in den Universitäten, die angeben was als wünschbar und machbar von den Universitäten verhandelt wird, der Beantwortung der Frage näher zu kommen, ob der Exzellenz-Begriff zum neuen Instrument geschlechtlicher Selektion wird.


3. Auf dem Weg zur Promotion
Eine Analyse der Barrieren für Frauen auf dem Weg zur Promotion (2011)
Laufzeit: April 2011 bis März 2012
Finanzierung: Mittel des Rektorats der Universität Paderborn

Das Projekt untersucht die Qualifikationswege von Frauen an der Universität Paderborn. Dazu werden qualitative und quantitative Daten erhoben und ausgewertet.


4. "Eine Analyse neuer Governance Muster im Wissenschaftssystem unter einer Genderperspektive"
finanziert aus Mitteln der Förderinitiative des BMBF: "Neue Governance der Wissenschaft. Forschung zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft"

Expertise im Rahmen der Förderinitiative des BMBF: "Neue Governance der Wissenschaft. Forschung zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft" (abgeschlossen) Die gegenwärtig zu beobachtenden Veränderungen der nationalen und internationalen Wissenschaftslandschaften verleihen den Hochschulen eine neue Gestalt. Die Expertise konzentriert sich auf den Prozess der Einführung neuer Organisations- und Steuerungsmuster im Wissenschaftsbereich. Gefragt wird danach, inwiefern sich die Implementation neuer Organisations- und Steuerungsmusterdie Geschlechterarrangements an den Hochschulen und an den außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland berühren.


5. "Entrepreneurial Universities and Gender Change"
Members of the International Research Group: Prof. Dr. Brigitte Aulenbacher (Linz), Prof. Dr. Regine Bendl (Wien), Prof. Dr. Monica Budowski (Fribourg), PD Dr. Ilse Costas (Göttingen), Prof. Dr. Sabine Hark (Berlin), Prof. Dr. Johanna Hofbauer (Wien), Dr. Julia Nentwick (St. Gallen), PD Dr. Heike Kahlert (Hildesheim/Rostock), Prof. Dr. Brigitte Liebig (Olten), Prof. Dr. Ursula Müller (Bielefeld), Prof. Dr. Birgit Riegraf (Universität Paderborn), Prof. Dr. Birgit Sauer (Wien), Prof. Dr. Angelika Wetterer (Graz). "Alltägliche Arbeitsarrangements und biografische Entscheidungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Entrepreneurial University" (Prof. Dr. Brigitte Aulenbacher, Prof. Dr. Monica Budowski, Prof. Dr. Birgit Riegraf).

Antragstellung im Rahmen des Paketantrages: "Entrepreneurial University and GenderChange: Organisation bis Arbeit bis Wissen"
(Antragstellerinnen: Prof. Dr. Brigitte Aulenbacher, Prof. Dr. Regine Bendl, Prof. Dr. Monica Budowski, PD Dr. Ilse Costas, Prof. Dr. Eva Flicker, Prof. Dr. Sabine Hark, Prof. Dr. Johanna Hofbauer, Dr. Ulle Jäger, PD Dr. Heike Kahlert, Prof. Dr. Brigitte Liebig, Prof. Dr. Ursula Müller, Prof. Dr. Birgit Riegraf, Prof. Dr. Birgit Sauer, Prof. Dr. Angelika Wetterer) Einreichung des Paketantrags bei der DFG als Lead Agency 2013

Die europäische Wissenschaftslandschaft ist in einem weit reichenden Umbau begriffen, in dem sich die Hochschulen unter Wettbewerbsbedingungen neu positionieren müssen. Der Umbruch der Studienorganisation und der Studiengangsstrukturen im Zuge des Bologna Prozesses zielt zum einen darauf ab, den europäischen Wissenschaftsraum anzunähern. Zum anderen werden die Organisations- und Steuerungsmechanismen der deutschen Hochschulen und der Forschung durch die Einführung von Markt- und Wettbewerbsmechanismen für sie neuartigen Rationalisierungsprozessen unterzogen. Die Umstrukturierungsprozesse haben weitreichende Konsequenzen für die Hochschulorganisation, die Ausbildungssituation, die Arbeitsverhältnisse wissenschaftlicher und nicht-wissenschaftlicher Beschäftigter und die wissenschaftliche Wissensproduktion. Die Beschäftigungssituation von Frauen und Männern, die Situation der Studierenden, die Wissensproduktion zu Geschlecht und die Institutionalisierung von Geschlechterforschung sind davon betroffen. Die Forschungsfelder, auf die sich die Projekte beziehen sind die Ausbildungssituation, die Arbeitsorganisation und die Wissensproduktion "Alltägliche Arbeitsarrangements und biografische Entscheidungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Entrepreneurial University" Das Forschungsvorhaben verfolgt im deutsch-österreich-schweizer Vergleich die Frage, inwiefern und wie Geschlecht wissenschaftliches Arbeiten in der Entrepreneurial University prägt.

Als Indikator für die Bedeutung und Wirkung von Geschlecht werden alltägliche Arbeitsarrangements und biografische Entscheidungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herangezogen, da sich in ihnen mehrere gesellschaftliche Entwicklungen kreuzen. Durch den Wandel der Beschäftigungsverhältnisse (nicht nur) in der Wissenschaft, die Erosion der Kleinfamilie und den Umbau des Wohlfahrtsstaates erfahren historisch besondere Geschlechterarrangements Veränderungen. Die bisherige, geschlechtsbasierte Organisation von Erwerbs-, Versorgungs- und Fürsorgearbeiten zwischen Markt, Privatheit, Zivilgesellschaft wird neu gestaltet. Dies schlägt sich in den veränderten Anforderungen nieder, die die Einzelnen alltäglich und biografisch bearbeiten müssen. Insofern mit den Arbeits- auch die Geschlechterarrangements neu zur Verhandlung anstehen, entscheidet beides über die Teilhabechancen an wissenschaftlicher Arbeit und lässt sich die Bedeutung und Wirkung von Geschlecht in der Entrepreneurial University daran ablesen. Perspektivisch ist eine Ausweitung des Projektes auf andere Länder geplant.

 

6. "Wandel von Wohlfahrtsstaatsarrangements und die Integration von Pflegekräften in die Pflegetätigkeit"
(
gemeinsam mit Prof. Dr. Brigitte Aulenbacher, Universität Linz\ Prof. Dr. Hildegard Theobald, Institut für Gerontologie/ Universität Vechta)

Die Pflegearbeit wird zunehmend von zumeist legal, halblegal oder illegal in Deutschland lebenden Migrantinnen, aber auch von MigrantInnen aus außereuropäischen Ländern übernommen. Die sogenannte 24-Stunden Pflege im familiären Kontext, in deren Rahmen MigrantInnen rund um die Uhr die Versorgung übernehmen, erleichtert den Familien eine zeitliche umfassende Betreuung älterer Angehöriger. Damit findet eine Umverteilung von Fürsorgetätigkeiten vorwiegend zwischen Frauen in einem globalen Kontext statt. Der deutsche Entwicklungspfad ist dazu angetan, die illegale und halblegale Beschäftigung von Pflegekräften zu forcieren und erschwert damit den Pflegekräften einen regulären Zugang zum Arbeitsmarkt. In anderen europäischen Ländern hingegen, wie beispielsweise in den Niederlanden oder in Skandinavien zeigen sich andere Entwicklungspfade, hier werden die Familien stärker durch formelle ambulante und institutionelle Dienstleistungsangebote unterstützt.

MigrantInnen können hier abhängig vom konkreten Pflegekräftebedarf einen Zugang zur formellen Pflegeinfrastruktur finden. Inwiefern wirken sich die eingeschlagenen Entwicklungspfade auf die gesellschaftliche Integration, den gesellschaftlichen Status, den beruflichen und persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten der Pflegekräfte aus? Das Projekt verspricht Aufschluss darüber zu geben, wie Ungleichheiten nach Geschlecht, Klasse/ Schicht und Ethnie länderabhängig in den gegenwärtigen Wandlungsprozessen wohlfahrtsstaatlicher Arrangements hergestellt oder aufgehoben werden können und wo neue Ungleichheiten entstehen.


Veröffentlichungen zu den Projekten

  • Riegraf, Birgit/ Pilgrim, Irmgard/ Reimer, Romy, unter Mitarbeit von Christina Möller (2013): Wege zur Promotion. Studie zur Unterrepräsentanz von Frauen bei den Promotionen an der Universität Paderborn, finanziert über das Präsidium der Universität Paderborn, 43 Seiten, Universität Paderborn
  • Riegraf, Birgit (gemeinsam mit Romy Reimer) (2013): Geschlechtergerechte Care-Arrangements in Pflege-Wohn-Gemeinschaften? Studie zur Neuverteilung formeller und informeller, professioneller und semiprofessioneller Pflegeaufgaben, in: Journal Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW, Nr. 33, S. 36-41

Veröffentlichungen


Vorträge, Tagungen, Kolloquien


Habilitationen


Dissertationen


Weitere Angaben

  • Studiendekanin der Fakultät für Kulturwissenschaften
  • Sprecherin der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
  • 2013 Berufung in den Advisory Board des von der Österreichischen Akademie der Wissenschaft an der Universität Linz eingerichteten und finanzierten DOC-Team 67 „Legitime Leistungspolitiken? Governance und Gerechtigkeit in Schule, Altenpflege und industrieller Kreativarbeit (gemeinsam mit: Prof. Dr. Altrichter; Prof. Dr. Brigitte Aulenbacher; Prof. Dr. Robert Bauer; Prof. Dr. Johann Füller; Prof. Dr. Uwe Schimank)
  • 2013 – 2015 Berufung in den wissenschaftlichen Beirat des Projektes „klinikPROgender – Geschlechtersensible Personalarbeit im Krankenhaus - Fachkräfte gewinnen und sichern“ gemeinsam durchgeführt vom Institut Arbeit und Technik, Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität, Anstoß - durch Unternehmenswandel und der TBS NRW finanziert im Rahmen des Wettbewerbs IuK & gender Med. NRW des MGEPA NRW
     
  • 2011-2013 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Verbundprojektes „Bessere Hochschulen durch gleichstellungspolitische Steuerung? Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung der Equality – Steuerungsinstrumente an Hochschulen (EQUISTU)“ durchgeführt von der TU Dortmund/ Sozialforschungsstelle Dortmund und der Frauenakademie München; finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Frauen an die Spitze“ und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union
  • 2011-2012 Berufung in die unabhängige Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen zur Evaluation der Gender Studies des Landes Niedersachsen
  • Mitherausgeberin der Reihe „Arbeitsgesellschaft im Wandel“ beim Juventus Verlag (gemeinsam mit Brigitte Aulenbacher)
  • Mitherausgeberin der Buchreihe Geschlechter und Gesellschaft im VS Verlag (gemeinsam mit: Dr. Beate Kortendiek, Prof. Dr. Sigrid Metz-Göckel, Prof. Dr. Ilse Lenz, Prof. Dr. Michiko Mae, Prof. Dr. Michael Meuser, Prof. Dr. Ursula Müller, Prof. Dr. Mechtild Oechsle, Prof. Dr. Paula-Irene Villa) bei VS Verlag

Sonstiges