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Fakultät für Kulturwissenschaften


Forschungs- und Jahresbericht 2014

$$$BILD$$$
Frau

Monique Miggelbrink
Institut für Medienwissenschaften

Raum:E0.117
Telefon:3375
E-Mail:monique.miggelbrink@uni-paderborn.de
Homepage 2:Link

Allgemeine Forschungsschwerpunkte

  • Fernsehgeschichte und -theorie
  • Populäre Serialität
  • Designgeschichte und Medien

Forschungsprojekte

Dissertationsprojekt 
(Re-)Organisation häuslicher Topographien: Design- und Gender-Praktiken im Umgang mit dem Medienmöbel Fernsehen (Arbeitstitel)

Kurzbeschreibung der Projekte

Kurzbeschreibung des Dissertationsprojektes
(Re-)Organisation häuslicher Topographien: Design- und Gender-Praktiken im Umgang mit dem Medienmöbel Fernsehen (Arbeitstitel)

In meinem Projekt beschäftige ich mich mit dem Einzelmedium Fernsehen als Teil des Möbelensembles in der häuslichen Sphäre. Die Fernsehwissenschaft konzentriert sich mehr auf Inhalte und institutionelle Rahmenbedingungen des Mediums denn auf seine Qualität als materielles und gestaltetes Objekt. Diesem Desiderat möchte ich begegnen, indem ich unter Bezugnahme auf die Designforschung entlang der gut sichtbaren Gestaltung des Fernsehapparates seine eher unsichtbaren Implikationen für die Konstruktion von Gender greifbar mache. Inwiefern lässt die wandelnde Produktsemantik der Medientechnologie Fernsehen also Rückschlüsse auf seinen Status als genderspezifisches Objekt qua Gestaltung zu?

Während der 1950/60er Jahre wird der Fernsehapparat in (Einrichtungs-)Zeitschriften, Werbeanzeigen und Ratgeberliteratur vorwiegend als Teil des häuslichen Möbelensembles illustriert. Entlang dieses Bildmaterials betrachte ich die häusliche Sphäre in meinem Promotionsprojekt als (ökologisches) Netzwerk, um auf diese Weise die Beziehungen zwischen den verschiedenen Akteuren beschreibbar zu machen. So bildeten sich nach anfänglicher Unsicherheit in Bezug auf das neue Medium – schließlich bedeutete es vor allem für die Hausfrau eine vorläufige Störung häuslicher Einrichtungskonventionen und Routinen – im häuslichen Mediengebrauch im Laufe der Zeit habitualisierte Nutzungsmuster heraus. Eine Analyse der Gestaltung des Fernsehapparates als Möbel und der damit korrespondierenden Stellplätze im heimischen Raum legt die Automatisierung häuslicher Strukturen im Alltag offen. Diese Perspektive bietet einen Zugang zur Mikro- und Makro-Ebene der Technik und deren Genderkonnotationen: Gestaltete Objekte formen die Umwelt von Frauen und geben Auskunft über ihnen zugewiesene Rollen und Räume in der häuslichen und öffentlichen Sphäre. Dass Automatismen eine (Gender-)Geschichte haben, lässt sich am historischen Bildmaterial der Domestizierung des Fernsehens als Möbel verdeutlichen.

Veröffentlichungen zu den Projekten

Veröffentlichungen zum Thema Medienmöbel

Tagungsberichte:
Media Homes: Material Culture in 20th Century Domestic Life. Tagung, NIAS Wassenaar 29. Juni 2012, University of Amsterdam. Online-Rezension Zeitschrift für Medienwissenschaft (2013).
http://www.zfmedienwissenschaft.de/?TID=83#FNA_3

Übersetzungen:
Mit Mareike Donay: Lynn Spigel: Medienhaushalte. Damals und heute. In: Zeitschrift für Medienwissenschaft (2013), 2, S. 79-94.

Veröffentlichungen

  • Stalken. In: Historisches Wörterbuch des Mediengebrauchs. Hrsg. v. Matthias Birckenbach/Heiko Christians/Nikolaus Wegmann. Wien/Köln/Weimar: UTB Böhlau 2014. S. 556-563.
  • zusammen mit Doreen Hartmann: These 6: Es gibt Kulturtechniken, die eine Nähe zum Unbewussten aufweisen. So ist beispielsweise das Kochen eingebunden in weitreichende Prozesse und Strukturen, die sich als Automatismen beschreiben lassen. In: Eke, Norbert Otto; Foit, Lioba; Kaerlein, Timo; Künsemöller, Jörn (Hg.): Logiken strukturbildender Prozesse: Automatismen Paderborn: Fink 2014. S. 273-278.

Vorträge, Tagungen, Kolloquien

  • ‚Gender by Design‘? Gestaltung und Aneignung des Fernsehmöbels in westdeutschen Haushalten der 1950/60er Jahre. Vortrag im Rahmen der Tagung „Dominanz durch Dinge? Zum Verhältnis von sozialen Asymmetrien und Materialitäten aus historischer Perspektive“ des Arbeitskreises Geschichte und Theorie, Berlin, 27.02.-01.03.2014.
  • TV as Furniture: The Spatial Dimension of Gender-Asymmetries. Posterpräsentation im Rahmen der Historical Network Research Conference 2014. Universität Ghent, Belgien, 15-19. September 2014.
  • Einzelfall in Serie: Supercuts. Vortrag im Rahme des Panels Digitalität ./. Recht - Redundanzen und Friktionen digitaler Rechtsordnungen. „Medien und Recht“ Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaften. Universität Marburg, 02.-04. Oktober 2014.
  • Die räumliche Dimension von Gender-Asymmetrien. Wie das Fernsehmöbel Netzwerke des häuslichen Gebrauchs in den 1950/60er Jahren stört. Vortrag im Rahmen der Tagung Raum – Ort – Ding: Kultur- und sozialwissenschaftliche Perspektiven, Universität Heidelberg, 20./21. November 2014.
  • Kühlschrank, Couchecke, Fernsehtruhe: Geschlechtsspezifische Objekte des Wohnens in Westdeutschland um 1950. Vortrag im Rahmen des ZEUS Doktoranden-Workshops „Ich sehe was, was du nicht siehst“: Neue Perspektiven auf die Zeit- und Geschlechtergeschichte, Universität Köln, 28. November 2014.

Habilitationen


Dissertationen


Weitere Angaben


Sonstiges